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DIE HANSEATISCHEN BRÜDER... |
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Wenn die hanseatischen Seehafenbrüder HAMBURG und BREMEN zu
fröhlichem Gespräch zusammentreffen, ist eine gutartige
„Kabbelei“ eigentlich unausbleiblich. Eben wegen der
Ähnlichkeit - und doch um der gewissen Unterschiede willen.
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Hamburg versteht sich als Tor zur Welt und zeigt es durch
seine Hammaburg im Wappen. Aber- und das ist wesentlicher -
wer hat denn den Schlüssel dazu? - Wir Bremer!
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Sich gegenseitig besuchen, da möchten es die Hamburger
lieber, dass man von der Weser zur Elbe kommt, denn welcher
Groß-Städter fährt schon gerne „in die Provinz“. Bleibt nur
die Frage, ob dem Bremer Klein-Städter das Großstadtgehabe
der Elbmetropole überhaupt gefällt. In Bremen bleibt alles
doch noch irgendwie überschaubar, von der Politik natürlich
abgesehen. Aber die ist in Hamburg auch nicht besser.
Schon der Verkehr: Die an der Elbe haben
„U-S-Schnelltakt“, d.h. U-Bahn und S-Bahn. Uns dagegen an
der Weser stufen sie herablassend als „Dorf mit Straßenbahn“
ein. - Der Hamburger Hafen wird von der hochbogigen
Köhlbrandbrücke überspannt. Doch mit deren Technik und
Statik haben sie so einige Schwierigkeiten. Aber eine
„Erdbeerbrücke“, so wie wir, die haben sie nicht
aufzuweisen.
Dafür geht es beim Rundfunk und Fernsehen ganz in die
vollen, um nicht zu sagen, daß Fernsehen „voll ins Auge
geht“. Der NDR ist eine Dreiländeranstalt mit viel Gerangel
um die Anteile. Wir sind mit unserem kleinen Radio Bremen da
wohl besser dran. Die in Bremen fabrizierte „Rudi‘s
Tagesschau“ wurde - mangels besserer Eigenproduktion - dafür
über den NDR ausgestrahlt.
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Von Politik reden wir lieber nicht, höchstens in zwei
treffenden Personenbeispielen. Aus Hamburg kommt der
Alt-Bundeskanzler, der dort seine Karriere als
„Schmidt-Schnauze“ begann. Unser Bremer Senatspräsident Koschnick war ihm, zumindest zeitweise, als
Bundesratspräsident und Vertreter des Bundespräsidenten
sogar noch über, und er ist bekannt als „Hans, der
Polit-Schnellsprecher“.
Doch auch bürgerliche Typen haben beide
Städte bekannt gemacht. „Von Klein-Erna“ und ihren
Erlebnissen erzählen viele nette Kurzgeschichten. In Bremen
ist „Fisch-Luzie“ in die Geschichte als schlagfertiges
Markt-Vollweib eingegangen. Ebenso darf auf den Hamburger
Wasserträger Hummel verwiesen werden, dessen drastische
Antwort weltweit bekannt ist. Wir Bremer haben dem nur
„Heini Holtenbeen“ entgegenzusetzen, dessen Ausspruch „Schanne
wert“ man auch überall verwenden kann.
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Zwar keine Schande, aber auch kein Prunkstück ist das
Eroshochhaus am Anfang der Reeperbahn. Dagegen könne wir nur
einen kleinen „Provinz-Hafenstrich“ und ein paar Hafenkneipen
bieten. - Aber dafür gibt es eine andere interessante
Farbtonverschiebung: Hamburg hatte vor einiger Zeit echte „Grün“-Probleme,
während man unsere Bremer Uni allgemein mehr unter einem „Rot“-Aspekt
betrachtete. Dafür liegt diese bei uns jenseits von Bürgerpark
und Stadtwald; und Hamburg befindet sich mit „Planten und
Blomen“ inmitten der Stadt in dieser Hinsicht unleugbar vorn.
Doch wer sonst in der Bedeutung vorn oder
hinten liegt, darüber soll unter Brüdern nicht gestritten
werden. Das ist so wie mit der brüderlichen Teilung des
Tortenstückes: Jeder möchte gern „die größere Hälfte“ haben.
Lassen wir es dabei bewenden. Es hat jede
Stadt ihre Besonderheiten, und ihre Bürger haben sie auch.
Gerade darum mögen wir hanseatischen Brüder uns doch so gern.
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