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Deutsche Gesellschaft
zur Rettung
Schiffbrüchiger |
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Das im Laufe der Schifffahrtsgeschichte immer wieder Schiffe
und ihre Besatzungen in Seenot gerieten, nahm man über
Jahrhunderte hinweg ohne Gegenorganisation hin. Erst im
Gefolge der Aufklärung ging man daran, systematische
Gegenmaßnahmen zu organisieren. In Deutschland wurden
Ansätze zu einem systematisch durchgeführten Seenotdienst in
Preußen entwickelt.
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In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete der
preußische Staat nach und nach ein Netz von
Rettungsstationen an der Ostseeküste, die personell an den
staatlichen Lotsendienst angeschlossen waren. Die Wiege
eines Seenotdienstes nach heutigem Muster stand allerdings
nicht an der preußischen Ostseeküste, sondern in
Ostfriesland. Zwei spektakuläre Strandungen, die sich 1854
und 1860 ereigneten, gelangten in die Bremer Presse. Eine
Diskussion entzündete sich daran, das bei beiden Unglücken
landseitige Hilfe ausgeblieben war, ein organisierter
Seenotdienst aber hätte Hilfe bringen können. In Bremen
wurde 1863 ein Verein gegründet, der in der Wesermündung ein
Rettungswesen aufbaute. Von diesem Verein ging schließlich
die Initiative zum Zusammenschluss der verstreuten deutschen
Seenotrettungsvereine aus. Die Bremer beriefen für den 29.
Mai 1865 eine Versammlung in das gerade deutsch gewordene
Kiel ein, auf der die Deutsche Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger (DGzRS) gegründet wurde. Sie nahm ihren Sitz
in Bremen, den sie bis heute beibehalten hat.
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Der Gründung der Rettungsgesellschaft folgte die
Konsolidierung. 1868/69 schlossen sich die drei Vereine in
Hamburg, Emden und Stralsund, die bis dahin ein Eigenleben
geführt hatten, der Gesellschaft an und brachten ihre
Ausrüstung, die Stationen, ihre Mitglieder, nicht zuletzt
deren Erfahrungen mit ein. Endgültig abgeschlossen wurde der
Konsolidierungsprozeß in den 1880er Jahren, als nach und
nach die staatlichen preußischen Rettungsstationen in das
Eigentum der Gesellschaft überführt wurden. Rettungsboote
als Spezialkonstruktionen waren bereits in anderen Ländern
entwickelt worden, und so hielt man sich in Deutschland
zunächst an britische, amerikanische und dänische Vorbilder,
ehe man in den 1870er Jahren zu eigenen Entwürfen kam, da
ausländische Bootstypen sich für die sehr spezifischen
Bedingungen an der deutschen Küste nur bedingt eigneten.
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Das Resultat war das „Deutsche Rettungsboot“, ein
Ruderrettungsboot aus kanneliertem Stahlblech. Da
Ruderrettungsboote aber einen zu kleinen Einsatzradius
hatten, wurde 1911 - nach Erfindung des Verbrennungsmotors -
der Prototyp eines Rettungsbootes mit Benzinmotor
eingesetzt. Die Bootsbesatzungen rekrutierten sich damals
aus Freiwilligen der seemännischen, aber auch der
nichtseemännischen Bevölkerung des jeweiligen Ortes. Die
Strapazen bei den Einsätzen übersteigen unser heutiges
Vorstellungsvermögen. Von 1869 bis 1911 verunglückten bei
Einsätzen mit dem Rettungsboot insgesamt zwanzig
Rettungsmänner tödlich. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden rund
viertausend Menschen durch die Gesellschaft aus Seenot
gerettet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die DGzRS-
Rettungsflotte unter den Schutz der Genfer Konventionen
gestellt und war für „Freund und Feind“ verstärkt im
Einsatz.
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Die Entwicklung neuer Rettungsboottypen wurde seitdem
konsequent fortgesetzt. Die dabei im Auftrag der DGzRS
entwickelten Rettungsboote und -kreuzer gelten heute als die
fortschrittlichsten und sichersten weltweit.
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